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Frauen: Neuer Bayern-Coach Scheuer im Interview

Letzte Aktualisierung: 5. August 2019

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BAyern-Coach Jens Scheuer: "Jeder, der einen Wettbewerb beginnt, möchte diesen auch gewinnen." Foto: Getty Images

Die Frauen-Bundesliga geht in ihr 30. Jahr. In einer Serie schauen wir genauso auf besondere Momente in der Historie zurück wie auf aktuelle Entwicklungen zum Start der Frauen-Bundesliga am 16. August. Heute im Fokus: Der FC Bayern München mit seinem neuen Trainer Jens Scheuer.

Herr Scheuer, vor ein paar Wochen haben Sie mit den Frauen des SC Freiburg noch im DFB-Pokal-Finale des Frauen gestanden. Jetzt sind Sie Trainer des FC Bayern. Wie waren die ersten Wochen in München?

Jens Scheuer: Ich bin sehr gut aufgenommen worden. Meine Vorfreude und meine Erwartungen haben sich bestätigt. Ich fahre täglich sehr gerne hier an den Campus und freue mich auf die Arbeit mit den Spielerinnen. Die Bedingungen sind wirklich top, das Betreuerteam ist extrem professionell und die Mädels sind total motiviert. Ich genieße im Moment jeden Tag und hoffe, dass das noch lange so bleibt. Wir fiebern alle den Aufgaben entgegen, die bald auf uns warten.

Können Sie schon eine Einschätzung abgeben, wie sich der FC Bayern vom SC Freiburg unterscheidet?

Scheuer: Anhand meiner ersten Eindrücke kann ich es versuchen. Auch in Freiburg hatten wir bereits sehr gute Bedingungen. Aber in München ist alles noch etwas professioneller. Ich habe es schon gesagt, wiederhole mich aber gerne, weil es tatsächlich so ist: Wir haben super Voraussetzungen, die uns eine noch intensivere Trainingsarbeit ermöglichen. Das macht es insgesamt etwas einfacher. Aber auch Freiburg war wirklich vorbildlich aufgestellt.

Der Spielplan will es so, dass es direkt am ersten Spieltag gegen Ihren ehemaligen Klub geht.

Scheuer: Das ist sicher eine besondere und für mich persönlich ungewöhnliche Konstellation. Ich spiele mit dem FC Bayern gegen die Mannschaft, die ich mit den Freiburger Kolleginnen und Kollegen zu großen Teilen aufgebaut habe. Ich freue mich auf die Reise ins Breisgau. Aber ich weiß auch, dass uns eine riesige Herausforderung erwartet. Freiburg ist ein starker Gegner, der uns direkt alles abverlangen wird. Darauf müssen wir vorbereitet sein. Wir haben den Anspruch an uns selbst, dort erfolgreich zu starten. Das ist unser klares Ziel.

Danach ist der 1. FFC Frankfurt bei Ihnen in München zu Gast.

Scheuer: Wir haben ein sehr anspruchsvolles Auftaktprogramm. Frankfurt hat viele talentierte Spielerinnen in den Reihen. An gewissen Tagen sind sie sicher immer wieder für eine Überraschung gut. Sie können die vermeintlichen Favoriten bestimmt das eine oder andere Mal ärgern. Aber auch hier wissen wir, was auf uns zukommt und was zu tun ist, um erfolgreich zu sein. Wir dürfen uns zu Beginn keine Schwäche leisten.

Wie groß ist der Druck in München?

Scheuer: Ich bin ein Trainer, der eine hohe Eigenmotivation und einen großen Ehrgeiz hat. Ich habe an mich selbst den Anspruch, möglichst alle Spiele zu gewinnen. Vielleicht ist es normal, dass man als Trainer des FC Bayern mehr unter Beobachtung steht. Aber für mich persönlich spielt das eine untergeordnete Rolle. Ich selbst bin mein größter Kritiker. Ich möchte täglich meine Leistung abrufen. Ich möchte meinen Teil dazu beitragen, dass wir eine erfolgreiche Saison spielen.

Wie definieren Sie die erfolgreiche Saison. Läuft es - wie viele erwarten - auf einen Zweikampf mit dem VfL Wolfsburg hinaus?

Scheuer: Da möchte ich gerne etwas differenzieren. Die Liga besteht nicht nur aus zwei Mannschaften, sondern aus zwölf Vereinen. Man sollte die anderen Klubs nicht kleiner machen, als sie sind. Ich weiß aus eigener Erfahrung in Freiburg, was möglich ist, wenn man konstant als Team gute Leistungen abruft. Vor einem Jahr haben wir mit Freiburg knapp die Champions League verpasst. Vier Punkte haben uns damals gefehlt. Wir haben mit unseren Möglichkeiten eine super Saison gespielt. Auch die SGS Essen ist definitiv nicht zu unterschätzen, wenn sie von schweren Verletzungen verschont bleibt. Wir tun gut daran, uns nicht nur auf einen Zweikampf mit Wolfsburg zu fokussieren, sondern auch unsere Verfolger sehr genau im Blick zu haben.

Mit welchen konkreten Zielen gehen Sie denn an den Start?

Scheuer: Jeder, der einen Wettbewerb beginnt, möchte diesen auch gewinnen. Das gilt für die Deutsche Meisterschaft genauso wie für den DFB-Pokal und auch die Champions League. Etwas Losglück gehört dazu. Wolfsburg beispielsweise hatte in der vergangenen Saison das Pech, schon im Viertelfinale der Champions League auf Olympique Lyon zu treffen, die aktuell wohl beste Frauenfußballmannschaft der Welt. Natürlich haben wir ebenfalls hohe Qualität im Kader. Wir werden damit die Möglichkeit haben, am Ende in den verschiedenen Wettbewerben ganz weit oben zu stehen beziehungsweise weit zu kommen. Wir wollen immer das Maximum erreichen. Nach der Saison können wir nochmal darüber sprechen, ob uns das gelungen ist.

In München gab es nicht nur auf der Trainerposition einige Veränderungen, sondern auch im Kader. Wie weit sind Sie schon in den Abläufen?

Scheuer: Wir sind noch in der Findungsphase. Das ist normal, denke ich. Denn wir hatten tatsächlich auf mehreren Ebenen einen größeren Umbruch. Es sind drei neue Trainer gekommen. Bei den Spielerinnen hatten wir neun Abgänge und sieben Zugänge. Da braucht es Zeit, bis die Automatismen greifen. Aber auch hier sind wir auf einem guten Weg und nutzen die Vorbereitung optimal. Dieser Prozess wird bis in die Saison hineingehen. Aber das macht mir keine Sorgen, weil es anderen ähnlich gehen wird. Wir sind bereit

Quelle: DFB

 
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