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"Gigantisches Highlight für VfB Eichstätt"

Letzte Aktualisierung: 5. August 2019

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Benjamin Schmidramsl - hier im Duell mit Kwasi Okyere Wriedt vom Bayern München II. Foto: foto2press

Seit seinem vierten Lebensjahr spielt Benjamin Schmidramsl (32) für den VfB Eichstätt. Damals war der kleine Klub aus Oberbayern in der Kreisliga C am Ball. Mittlerweile kickt Eichstätt in der Regionalliga Bayern. Als Kapitän führte Schmidramsl den VfB dort zur Vizemeisterschaft und in den DFB-Pokal. Im Interview spricht der Bankkaufmann über das Pokalduell mit Hertha BSC.

Seit rund 28 Jahren spielen Sie ununterbrochen für den VfB Eichstätt. Wie hat sich der Verein seit 1991 verändert, Herr Schmidramsl?

Benjamin Schmidramsl: Organisatorisch und strukturell hat sich bei uns schon einiges getan. Das musste es aber auch, wenn man bedenkt, dass der Verein 1991 noch in der untersten Spielklasse gespielt hat und jetzt in der höchsten bayerischen Amateurliga kickt. Trotz einer gewissen Professionalisierung sind wir aber immer noch ein kompletter Amateurklub. So gut wie alle Mitarbeiter sind ehrenamtlich für den Verein tätig. Deren Arbeit kann man gar nicht genug zu schätzen wissen.

Gab es für Sie in den vielen Jahren nie den Wunsch nach einer neuen Herausforderung, womöglich sogar im Profibereich?

Schmidramsl: Ehrgeizig und ambitioniert war ich immer. Die Qualität, um Profi zu werden, hatte ich aber nicht. Familie, Studium und Beruf standen für mich immer im Vordergrund. Anfragen aus dem Amateurbereich gab es zwar immer mal wieder. Ich bin aber Eichstätter durch und durch und hatte nie das Verlangen, den Verein zu wechseln. Außerdem lief es sportlich in den zurückliegenden Jahren ja auch so hervorragend für uns, dass mich ein Wechsel ohnehin nicht weitergebracht hätte.

Als Bayerischer Amateurmeister qualifizierte sich der VfB erstmals in seiner Vereinsgeschichte für den DFB-Pokal. Hätten Sie jemals gedacht, dass Sie mit Eichstätt einen solchen Erfolg feiern würden?

Schmidramsl: Nein, nie und nimmer! Die Vizemeisterschaft in der Regionalliga Bayern war nicht weniger als eine Sensation. Mit vielen anderen Klubs können wir finanziell und infrastrukturell nicht einmal ansatzweise mithalten. Dank eines unglaublichen Teamspirits haben wir aber das Märchen wahr werden lassen.

Geht allein schon mit der Teilnahme am DFB-Pokal ein Traum für Sie in Erfüllung?

Schmidramsl: Definitiv. Das trifft aber - glaube ich - auf all unsere Spieler zu. Es wird ein gigantisches Highlight für den VfB Eichstätt.

Der VfB bekam für die erste Hauptrunde den Bundesligisten Hertha BSC zugelost. Wie war Ihre erste Reaktion darauf?

Schmidramsl: Ich habe die Auslosung während des Kofferpackens für den Urlaub im TV geschaut. Da wir sehr lange im Lostopf und viele Hochkaräter schon weg waren, hatte ich kurz befürchtet, dass wir keinen Erstligisten bekommen. Als uns dann Hertha BSC zugelost wurde, war die Freude umso größer. Bleibt nur noch zu hoffen, dass die Stadt genauso heiß auf die Begegnung ist wie wir Spieler und dass viele Zuschauer kommen.

Hatten Sie einen anderen Wunschgegner?

Schmidramsl: Nein, einen konkreten Wunschgegner gab es nicht. Mir war nur wichtig, dass wir uns gegen einen Bundesligisten beweisen können. Hertha BSC ist ein sehr attraktiver Gegner.

Wie wollen Sie die Hauptstädter knacken?

Schmidramsl: Wir müssen mutig sein und dürfen uns auf keinen Fall verstecken. Nur wenn wir mit dem nötigen Selbstbewusstsein an die Sache herangehen, haben wir auch eine Chance.

Gespielt wird in Ingolstadt. Wird es das größte Fußballfest, das Eichstätt je erlebt hat?

Schmidramsl: Ich hoffe, dass es ein Fußballfest wird. (lacht) Das hängt sicher auch davon ab, wie hoch das Zuschauerinteresse sein wird und wie wir uns präsentieren. Der bisherige Höhepunkt meiner Fußballerlaufbahn wird es auf jeden Fall.

Trotz der Vizemeisterschaft in der vergangenen Saison war aus finanziellen und infrastrukturellen Gründen von einem möglichen Aufstieg in die 3. Liga keine Rede. Wann wäre das ein realistisches Ziel?

Schmidramsl: Ganz ehrlich: Profifußball in Eichstätt ist derzeit unvorstellbar. Die Gegebenheiten in unserem Verein machen das nicht möglich. Ein realistisches Ziel könnte die 3. Liga nur dann werden, wenn wir von irgendwem eine private Finanzspritze bekämen.

Wie schätzen Sie die Chancen auf eine Wiederholung des erfolgreichsten Saisonergebnisses der Vereinsgeschichte ein?

Schmidramsl: Wir hatten jetzt einen größeren Umbruch und mussten einige Leistungsträger ziehen lassen. Uns vorzunehmen, wieder Vizemeister zu werden, wäre vermessen und blauäugig. Wir wissen, wo wir herkommen, und wollen in der Liga erst einmal schnellstmöglich den Klassenverbleib sicherstellen.

MSPW

 
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